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Neue Rüebli braucht das Land!

Ökologisches Pflanz- und Saatgut

Unsere Ernährungsgewohnheiten sind heute ganz anders als noch vor 50 Jahren. Die Welt verändert sich und mit ihr auch das Klima – langsam aber stetig. Der Erhalt unseres Erbes an alten Kulturpflanzensorten ist wichtig. Dabei können wir aber nicht stehen bleiben. Es müssen auch neue Gemüsesorten für die Gegenwart und Zukunft entwickelt werden.

Viele heute angebaute Gemüsesorten wurden nicht für den Biolandbau entwickelt. Sie sind optimiert für schnelles Wachstum unter Bedingungen für die konventionelle Bewirtschaftung. Der biologisch arbeitende Gärtner findet aber ganz andere Wachstumsbedingungen vor und benötigt darum auch an den biologischen Anbau angepasstes Saatgut.

Die Sativa in Rheinau im Zürcher Weinland entwickelt neue Gemüsesorten speziell für den modernen biologischen Anbau. Bis eine neue Sorte fertig gezüchtet ist, kann es zehn und gar mehr Jahre dauern. In diesem Zeitraum erfolgt eine intensive Anpassung an den Biolandbau.

Lohnender Einsatz für ein Lieblingsgemüse

Rüebli sind aus unserem täglichen Speiseplan nicht mehr wegzudenken. Leider haben viele modernen Sorten den ursprünglich intensiven Geschmack eingebüsst. Ältere Sorten bringen entweder nicht ausreichend Ertrag oder sind anfällig gegen verschiedene Pilzkrankheiten. Deshalb brauchen wir neue, geschmacksvolle Sorten.

Über mehrere Jahre kreuzt die Sativa aus einem breiten Sortiment alter und neuer Sorten diejenigen Pflanzen miteinander, die sich für einen biologischen Anbau besonders eignen. Mit Hilfe intensiver und wiederholter Geschmackstests verbessern sie die Süsse und das Aroma der Rüebli. Natürlich wird dabei auch auf die vielen Merkmale geachtet, die für den Gemüseproduzenten wichtig sind. Sonst wird er die neue Sorte nicht anbauen, auch wenn sie noch so gut schmeckt.

Der lange Weg einer Neuzüchtung

Für den ersten Anbau in einem neuen Zuchtprojekt wählt Sativa die verschiedenen alten und neueren, bekannte und rare Sorten aus. Ziel ist es, deren wertvollste Eigenschaften zu vereinen. Dieser erste Anbau unterscheidet sich zunächst kaum von einem normalen Gemüseanbau. Wichtig ist, dass die Aussaat der verschiedenen Sorten zeitgleich im Frühling stattfindet. Während der Ernte im Herbst wird dann eine erste Selektion vorgenommen. Die schönsten und best entwickelten Rüebli werden im Kühlhaus gelagert. Im Frühjahr werden die von Experten geprüften und feinsten Karotten wiederum nach Sorten getrennt im Gewächshaus aufgepflanzt. Da Rüebli Fremdbefruchter sind, blühen sie untereinander und kreuzen sich. Hummeln besorgen die Bestäubung. Die Samenernte erfolgt zwischen August und September. Bis zur Aussaat im darauf folgenden Frühjahr werden die Samen gedroschen und gereinigt.

Alle von Sativa entwickelten Sorten sind samenfest. Das heisst, die Samen können wieder ausgesät werden, und deren Eigenschaften bleiben erhalten.

Nationale und globale Zusammenarbeit

Aber nicht nur auf der Rheinau wird Saatgut gezüchtet. Rund siebzig weitere Produzenten arbeiten im Auftrag von Sativa im Bereich Saatgutzüchtung. Sie befinden sich in den verschiedensten Regionen der Schweiz und im benachbarten Ausland. Sie arbeiten nach den Vorgaben der Bio Suisse (Markenzeichen: Knospe) oder nach den biologisch-dynamischen Richtlinien (Demeter). Ein Grossteil des Saatguts wird bei Sativa endgereinigt und auf seine Qualität geprüft.

Durch die Verwendung weltweit bereits vorhandener Sorten kann jeder Züchter auf die Erfahrung anderer Züchter zurückgreifen und diese für seine eigene Arbeit nutzen – eine Selbstverständlichkeit, die jedoch durch die Patentierungsanstrengungen der grossen Saatgutkonzerne immer mehr bedroht ist.

 

 

 

 

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